Der Säure-Basen-Haushalt

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Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

In unserem Körper gibt es viele Mechanismen, die dafür sorgen, dass alles im Gleichgewicht bleibt. Ohne dass wir es merken, wird zum Beispiel unsere Körpertemperatur bei etwa 37 Grad Celsius gehalten – egal, ob wir in der Wüste sind oder in der Antarktis – da bei dieser Temperatur alle Vorgänge im Körper optimal funktionieren.

So sorgen die Mechanismen des Säure-Basen-Haushalts – der in ph-Wert gemessen wird – dafür, dass das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper in einem Verhältnis von 20 Prozent Säuren und 80 Prozent Basen ist. Das ist deshalb so, weil die meisten Körperflüssigkeiten basisch sind und nur wenige Flüssigkeiten sauer, wie zum Beispiel die Magensäure oder die Milchsäure im Dickdarm. Außerdem werden einige Säuren benötigt, um beispielsweise zusammen mit Calcium die Knochen und Zähne aufzubauen.

Flüssigkeiten mit einem ph-Wert von 7 sind neutral. Alle Werte darunter sind sauer, alle Werte darüber sind basisch. Essig hat beispielsweise einen ph-Wert von 3, während Seife einen ph-Wert von 10 hat. Zu große Mengen von beidem sind gefährlich und unterliegen der Kennzeichnungspflicht, wobei es so gut wie nie vorkommt, dass unser Körper zu basisch ist, da wir tagtäglich mit sehr vielen Säuren konfrontiert sind. 

Gute und schlechte Säuren

Nicht alle Säuren sind schlecht: Die körpereigenen Säuren haben wichtige Aufgaben, zum Beispiel tötet die Magensäure Bakterien und Parasiten im Magen oder sorgt für genug Magensaft, den wir für die Verdauung benötigen. Die Fruchtsäure im Obst ist ebenfalls nicht schädlich, da sie die Verdauung und Darmbewegungen fördert. Aber auch hier kann die Menge das Gift machen.

Unser Organismus kann geringfügige Störungen des Verhältnisses problemlos beheben. Das Problem ist die Säureflut, der wir uns mit unserer modernen Ernährungs- und Lebensweise aussetzen. Oft ist uns gar nicht bewusst, wo überall Säuren enthalten sind. Daher folgt hier eine Übersicht einiger Säuren und ihren Quellen:

Schlechte Säuren sind: 

  • Kohlensäure: Mineralwasser
  • Gerbsäure: Kaffee, schwarzer Tee
  • Phosphorsäure: Cola, Softdrinks
  • Essigsäure: Weißmehlprodukte, gezuckerte Speisen und Getränke
  • Harnsäure: tierische Eiweiße
  • Schwefelsäure: Schweinefleisch
  • Salpetersäure: Schweinefleisch
  • Schwefel- und Phosphorsäure: Getreideprodukte, zum Beispiel Teig- und Backwaren
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Medikamente

Säuren können auch durch andere Faktoren entstehen: 

  • Negative Gedanken
  • Bewegungsmangel verhindert zügige Ausscheidung von Säuren
  • Übertriebener Sport (bildet Milchsäure in den Muskeln) ohne ausreichende Erholung
  • Umweltbelastungen wie Autoabgase, Hochstrommasten, Elektrosmog vom Handy etc.
  • Körperpflegeprodukte, Waschmittel, Haushaltsreiniger, Textilfarbe usw. mit synthetischen Inhaltsstoffen

Vor allem unsere heutige Ernährungsweise aus industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln trägt zu einer Übersäuerung bei, zum Beispiel durch:

  • verarbeitete Getreideprodukte: zum Beispiel Back- und Teigwaren
  • verarbeitete (künstlich gehärtete, raffinierte) Fette und Öle
  • Zucker und/oder gezuckerte Speisen, Getränke und Gerichte
  • verarbeitete tierische Produkte: zum Beispiel Fleisch- u. Wurstwaren, pasteurisierte und homogenisierte Milch und Milchprodukte
  • Fertiggerichte mit einer Vielzahl von künstlichen Lebensmittelzusatzstoffen: zum Beispiel Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Süßstoffe, Aromen etc.
  • zu viele „Genussgifte“ wie Alkohol, Nikotin, Koffein, Kochsalz

Zusätzliche begünstigende Faktoren sind zudem:

  • Bewegungsmangel
  • Lichtmangel
  • Schlafmangel
  • Mangel an Entspannung 
  • Falsche Atmung (zu flach und zu schnell)
  • Belastungen aus konventionell angebauten Lebensmitteln, Polyester in Kleidung, Wohntextilien, giftiges Baumaterial in der Wohnung, Schimmel etc.
  • Chemikalien aus herkömmlichen Körperpflegeprodukten und Kosmetika, zum Beispiel Formaldehyd, Petrolatum, Talkum oder Sodium Lauryl Sulfat (SLS), die direkt über die Haut aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen
  • Synthetische Inhaltsstoffe in Medikamenten u.v.m.
  • Mineralstoff- und Vitalstoffmangel

Ein übersäuerter Körper ist also die perfekte Grundlage für Erreger, Entzündungen sowie gesundheitliche Beschwerden und Krankheiten aller Art.

Woran erkennst du eine Übersäuerung?

Die ersten Anzeichen für eine Übersäuerung können sein:

  • Probleme mit dem Blutzuckerspiegel
  • Erhöhter Blutdruck
  • Anfälligkeit für Entzündungen
  • Anfälligkeit für Allergien
  • Schlafstörungen
  • Schnelle Ermüdung
  • Stimmungsschwankungen u.v.m. 

Die Folgen einer jahrelangen chronischen Übersäuerung können u.a. sein:

  • Abgespanntheit
  • Allergien
  • Bluthochdruck
  • Cellulite, Besenreiser
  • Durchblutungsstörungen
  • Entzündungen
  • Gicht
  • Haarausfall
  • Hautprobleme
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Rheuma
  • Übergewicht
  • Verdauungsstörungen u.v.m. 

Regulationsmechanismen des Körpers

Unser Körper hat Mechanismen entwickelt, wie er Säuren ausleitet: 

  • über die Lunge: in dem wir Kohlendioxid ausatmen 
  • Über die Nieren: indem wir Säuren über den Urin ausscheiden
  • Über die Haut: indem wir Säuren mit dem Schweiß ausleiten
  • Über die Menstruation: indem wir (Frauen) Säuren verstärkt über die Menstruation ausleiten (in Industrienationen fällt die Monatsblutung wesentlich stärker aus, als bei Frauen der Naturvölker, die wesentlich weniger Säuren ausgesetzt sind)
  • Über Neutralisierung: indem wir Säuren in weniger schädliche Substanzen wie Salze umwandeln, die im Körper eingelagert werden, zum Beispiel in Form von Nierensteinen, in den Gelenken in Form von Rheuma  oder im Bindegewebe in Form von Cellulite.

Für die Neutralisierung benötigt der Körper vor allem Mineralstoffe, die er aus der Nahrung und den körpereigenen Speichern bekommt. Diese fehlen dann allerdings für andere Vorgänge im Körper. Das bedeutet, dass wir vermehrt Mineralstoffe zu uns nehmen müssen.

Ein weiterer Punkt ist, dass industriell hergestellten Nahrungsmitteln sämtliche Mineralstoffe und Vitamine fehlen, weil sie durch die meist sehr hohen Temperaturen bei der Herstellung und des Haltbarmachens abgetötet werden. Wer sich also überwiegend von Fertigprodukten wie Fertiggerichte, Milchprodukte, abgepacktes Brot, Süßigkeiten, Fertigmüsli etc. ernährt und gleichzeitig nicht ausreichend frisches Obst, Gemüse und Salat isst, dem fehlen sehr wahrscheinlich wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die unser Körper eigentlich benötigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Trinken von stillem Wasser, denn über den Urin versucht der Körper schnellstmöglich überschüssige Säuren auszuscheiden. Trinken wir zu wenig Wasser, bleiben die Säuren im Körper und können so das Verhältnis von Säuren und Basen maßgeblich verschieben. Ein übersäuerter Körper wiederum ist eine herrliche Umgebung für Bakterien, Viren, Pilzen, Parasiten und freie Radikale, so dass unterschiedliche gesundheitliche Beschwerden entstehen können.

Was können wir tun, um unseren Körper zu entsäuern?

Zunächst einmal können wir eine Übersäuerung mit Hilfe von Urintests messen. Die Bestimmung des ph-Wertes im Blut ist nicht besonders aussagekräftig, da unser Körper grundsätzlich versucht den ph-Wert des Blutes optimal zu regulieren und eine Übersäuerung im Blut erst nachweisbar ist, wenn es bereits kritisch ist. Urintests geben viel schneller und effektiver Aufschluss über den Säure-Basen-Haushalt, da man dabei mehrfach über den Tag verteilt misst.

Das A und O bei einem Entsäuerungsprogramm ist die Basen überschüssige Ernährung. Diese beinhaltet vor allem fast alle Gemüsesorten, Pilze, Salate, reifes Obst, Kartoffeln, Mandeln, gekeimte Nüsse, gekeimte Hülsenfrüchte, Sprossen, Gewürze und Kräuter, Algen und Pseudogetreide als Beilage (Quinoa, Hirse, Buchweizen etc.). Einige dieser Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse und Pseudogetreide, sind zwar Säure bildende Lebensmittel, aber sie bilden gute Säuren. Das bedeutet, dass diese Säuren nützlich für uns sind und zudem viele weitere vorteilhafte Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin E enthalten.

Zudem ist es wichtig die fehlenden Mineralstoffspeicher wieder aufzufüllen und unterstützende Maßnahmen, zum Beispiel Sport oder Basenbäder, zu ergreifen, die helfen die überschüssigen Säuren aus dem Körper zu leiten.

Willst du mehr über die Basen überschüssige Ernährung erfahren oder ein auf deine Bedürfnisse abgestimmtes Entsäuerungsprogramm durchführen? Ich unterstütze dich gerne auf deinem Weg zu einem gesunden Säure-Basen-Haushalt und damit zu deiner inneren Balance! 

In meinen Coachings erfährst du nicht nur, wie du deine Ernährung, auf deine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt, basisch gestalten kannst, sondern erhältst auch viele einfache Rezepte, Übersichten, Guides und Vorlagen, die dir helfen dein Leben einfach gesünder zu gestalten.Mehr Informationen zu meinen Coaching-Angeboten findest du hier.

Deine Marie

Quellen: 

Die Inhalte stammen sowohl aus meiner Ausbildung zum holistischen Ernährungs-und Gesundheitscoach an der Akademie der Naturheilkunde als auch aus folgenden weiteren Quellen.

Dahlke, Rüdiger (2012): Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt. 4. Auflage. München: Gräfe und Unzer Verlag.

Greger, Michael (2019): How not to die. Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen. 10. Auflage. Kandern: Narayana Verlag.

Kast, Bas: Der Ernährungskompass (2018): Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung. 24. Auflage. München: C. Bertelsmann Verlag.

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